Sicherheit auf Arbeitsstellen im Strassenverkehr

 

Sicherheit auf Arbeitsstellen im Straßenverkehr
     
Kurze Zusammenfassung über die verkehrsrechtliche Anordnung ZTV-SA und den Schutz der Beschäftigten.
     
Die Verkehrssicherung in Deutschland erfolgt nach der Straßenverkehrsordnung (StVO) in Verbindung mit den Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen (RSA-95). Diese betreffen ausschließlich verkehrsrechtliche Regelungen und ausdrücklich nicht den Schutz der Beschäftigten.
     
Viele Probleme und Gefährdungen können durch eine gute Organisation im Vorfeld vermieden werden. Geeignete Einsatzfahrzeuge, geeignetes Werkzeug, ausgebildetes Personal, mitgeführte Hilfsmaterialien und  ganz besonders wichtig – geeignetes und richtig eingesetztes Absicherungs- und Arbeitsschutzmaterial wie Baustellenschilder, mobile Absturzsicherungen, Absperrschranken, Warnleuchten, Leitbaken, Bauzäune, Kegel, Warnwesten, usw. verbessern die Qualität der Hilfe vor Ort, verkürzen die Aufenthaltsdauer des Einsatzpersonals im Gefahrenbereich des Straßenverkehrs und tragen so zur Sicherheit der Beschäftigten bei. Der Arbeitsschutz ist bei der Planung von Baustellen an Straßen immer zu berücksichtigen.
     
Eine verkehrsrechtliche Anordnung über Art und Umfang der Baustellensicherung, die sich auf den öffentlichen Straßenverkehr auswirkt, ist vor Beginn von Arbeiten bei der zuständigen Behörde einzuholen. Bei Beantragung der Anordnung soll ein Verkehrszeichenplan vorgelegt werden,

  • der die tatsächlichen örtlichen Verhältnisse und die für das Bauvorhaben erforderlichen Platzverhältnisse berücksichtigt.
  • der auch erforderliche Sicherheitsabstände zwischen Verkehrsbereichen und Arbeitsplätzen, Arbeitsmaschinen und Arbeitseinrichtungen berücksichtigt.

     
Weitere wichtige Angaben in der verkehrsrechtlichen Anordnung sind:

  • ggf. Beschreibung einzelner Arbeitstakte bzw. Bauphasen
  • Tatsächlich vorhandene Restbreiten von eingeschränkten Fahrbahnteilen
  • Gültigkeitsdauer der Anordnung: Beginn und Ende
  • Geschwindigkeitsbeschränkungen
  • Name, Anschrift und Telefon des Verantwortlichen/Stellvertreters während und nach der Arbeitszeit

     
Die verkehrsrechtliche Anordnung und der angeordnete Verkehrszeichenplan/Regelplan müssen auf der Baustelle vorliegen. Ein Arbeiten ohne verkehrsrechtliche Anordnung ist nicht zulässig. Weiterhin darf von der verkehrsrechtlichen Anordnung nicht abgewichen werden. Geschwindigkeitsbeschränkungen sind erst dann anzuordnen, wenn Verkehrsteilnehmer oder im Arbeitsbereich Tätige gefährdet werden können:

  • innerorts ist häufig Tempo 30 km/h angebracht
  • auf Landstraßen in der Regel 50 km/h
  • an besonders engen oder von der Verkehrsführung her schwierigen Stellen kann eine noch geringere Geschwindigkeit erforderlich sein.

     
ZTV-SA - „Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen für Sicherungsarbeiten bei Arbeitsstellen an Straßen (ZTV-SA 97)“  - Der in der verkehrsrechtlichen Anordnung benannte Verantwortliche beziehungsweise dessen Beauftragter muss bei Arbeitsstellen von längerer Dauer mindestens zweimal täglich, an arbeitsfreien Tagen mindestens einmal täglich sowie zusätzlich unverzüglich nach einem Unwetter oder Sturm die Arbeitsstelle kontrollieren. Unter anderem die Kontrolle des Vorhandenseins der angeordneten Beschilderung, Markierungen und Absperrungen einschließlich abgedeckter oder außer Kraft gesetzter ständiger Beschilderungen und Markierungen. Das Herrichten und Ausrichten der Verkehrsschilder und das unverzügliche Ersetzen beschädigter Verkehrseinrichtungen sind weitere Aufgaben des Verantwortlichen.

Im Zuständigkeitsbereich des Bundesfernstraßenbaus muss der in der verkehrsrechtlichen Anordnung benannte Verantwortliche entsprechend MVAS geschult sein und hierüber einen Nachweis besitzen, der nicht älter als 5 Jahre sein darf. Der Auftraggeber behält sich vor, bei Fehlen eines solchen Nachweises, das Angebot von der Wertung auszuschließen!
     
Beutlhauser bietet in einer Intensivschulung „Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen“ (gemäß MVAS 99 Schulungsgruppe „E“ innerorts, Landstraßen) die Möglichkeit, diesen Nachweis zu erlangen. – (Link zur Beutlhauser-Akademie)
     
Arbeitssicherheit: Schutz der Beschäftigten
     
Der Platzbedarf eines arbeitenden Menschen, z. B. neben einem Fahrzeug, ist abhängig von seiner Tätigkeit und muss im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung ermittelt werden. Zudem sollten sich die Beschäftigten bei ihrer Tätigkeit ungehindert bewegen können. Es gibt ein Mindestmaß für Kontroll-, Steuer- und Bedientätigkeiten. Dieser beträgt 0,80 m.
     
Die Mitarbeiter sollten durch transportable Schutzeinrichtungen oder Leiteinrichtungen (z. B. Leitbaken), jeweils in Verbindung mit den Sicherheitsabständen (der Abstand zwischen der freien Bewegungsfläche und den äußeren Begrenzungen der vorbeifahrenden Fahrzeuge) gemäß Arbeitsstättenverordnung vor heran- oder vorbeifahrenden Fahrzeugen geschützt werden.
     
Folgende Kriterien sind bei der Bemessung des Sicherheitsabstandes zu berücksichtigen:

  • zulässige Höchstgeschwindigkeit des fließenden Verkehrs
  • Kurvigkeit der Straßenführung
  • fehlende seitliche Ausweichmöglichkeiten für den vorbeifließenden Verkehr, z. B. durch Bordsteine oder Gegenverkehr
  • Fahrstreifenbreiten
  • Fahrzeugarten (Lkw, Pkw, Fahrzeuge mit Überbreite)
  • Verkehrsdichte, Sichtverhältnisse

     
Im Einzelfall und  im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung muss die Auswahl der geeigneten Schutzvorrichtung, die Bemessung der freien Bewegungsfläche sowie des Sicherheitsabstandes erfolgen.
     
Zusätzliche Hinweise zu Warnkleidung:

     
Personen, die im Straßenraum bzw. neben dem Verkehrsbereich arbeiten, müssen bei ihrer Tätigkeit auffällige Warnkleidung tragen.
     
Ausführung der Warnkleidung entsprechend EN ISO 20471:

  • Mindestens Klasse 2
  • ausschließlich fluoreszierendes orange-rot oder gelbe Farbe

     
Für eine optimale Absicherung einer Arbeitsstelle bedarf es an Kenntnissen zu Vorschriften und Richtlinien sowie einer Umsetzung, welche die Beschäftigten optimal schützt und vorrausschauend Unfällen vorbeugt.
     
Weitere Informationen:
Arbeitsstättenverordnung: https://www.bmas.de/DE/Service/Gesetze/arbeitsstaettenverordnung.html  

Baustellenverordnung: https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung-im-Betrieb/Branchen/Bauwirtschaft/Baustellenverordnung/Baustellenverordnung_node.html  

Straßenverkehrsordnung: https://www.stvo.de/strassenverkehrsordnung  

DGUV Vorschrift 38 Bauarbeiten: https://www.bgbau-medien.de/struktur/inh_gese.htm  
DGUV Regel 114-016 Straßenbetrieb, Straßenunterhalt

Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen: http://www.rsa-95.de/

Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Sicherungsarbeiten an Arbeitsstellen an Straßen: http://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayVwV97614

 

Produkte der WEMAS Individuell-Serie:

Fakten für eine sichere Baustelle:

  • Absturzsicherung gemäß TL-Absperrschranken 97 und  ZTV-SA 97
  • Höchste Sichtbarkeit auch in der Längsführung mit 160 Grad Retroreflektion
  • Verzicht auf Beleuchtung möglich: durch einzigartige Führung bei Nacht und schlechter Sicht
  • Höchste Lebensdauer durch höchste Steifigkeit im Schrankenblatt
  • Höchste Leuchtdichte ohne Energieverbrauch
  • Einzigartige Oberflächenstruktur Auerbachwelle für größten Rückstrahlwinkel
     

 

Sebastian Schmalfuß